Online-Aktienhandel für Anfänger: 15 Tipps zum Aktieneinstieg

Welchen Online-Broker sollte man wählen? Wie kann man Handelsgebühren sparen beim ETF- und Aktienhandel? Was sollte man sonst beachten beim Kauf und Verkauf? Mit diesen Fragen beschäftigt sich dieser Artikel.

Genaugenommen habe ich einige Börsentipps für Anfänger zusammengetragen, die beim Onlinehandel mit Aktien und anderen Wertpapieren hilfreich sind (es handelt sich um eine kompakte Kurz-Tipps-Liste zur besseren Übersicht mit vielen weiterführenden Links).

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Los geht’s…

Aktien handeln lernen: 15 Einsteiger-Tipps für den Online-Aktienhandel

1. Besser Aktien online handeln, anstatt bei einer Hausbank um die Ecke.

Beim Online-Aktienhandel hat man viele Vorteile (unter anderem ist man flexibler und hat in der Regel niedrigere Handelsgebühren). Nur wenn man auf eine persönliche Beratung keinesfalls verzichten möchte, sollte man meiner Meinung nach die Hausbank beim Wertpapierhandel bevorzugen. Mehr Infos: Wie kaufe ich Aktien? Onlinedepot vs. Hausbank (Vorteile und Nachteile im Überblick).

2. Einen Broker nehmen, wo man keine Depotführungskosten bezahlen muss.

Bei Onlinebrokern sollte man nicht mehr in Kauf nehmen, dass man für die Depotführung bezahlt. Also unbedingt einen Discountbroker ohne Depotführungskosten wählen für den ETF- bzw. Aktieneinstieg. Hier stelle ich 8 Broker vor, die das erfüllen (2 davon jedoch nur unter bestimmten Bedingungen).

3. Als Einsteiger am besten einen Broker suchen, wo das Handeln von Aktien, ETFs und anderen Wertpapieren möglichst einfach ist.

Ein einfacher Online-Aktienhandel für Anfänger ist wichtig, wie ich finde. Empfehlen kann ich in dieser Hinsicht die ING*, wo ich selbst bereits seit vielen Jahren ein Wertpapierdepot habe sehr zufrieden bin. Das Kaufen und Verkaufen von Aktien ist bei dieser bekannten Onlinebank in meinen Augen sehr simpel (siehe hier mein Aktienkauf-Beispiel). Wer mehr über meine ING-Erfahrungen wissen möchte, der kann sich meinen ING-Test durchlesen.

4. Ein Depot bei einem Broker einrichten, der von der Bafin reguliert ist (oder zumindest von einer ähnlich renommierten Finanzbehörde).

In diesem Artikel liste ich 7 renommierte Broker auf, die von der Bafin reguliert werden (nur Degiro nicht, die jedoch der niederländischen Finanzaufsicht unterliegen, welche der deutschen Bafin ähnelt). Bei Brokern mit ausländischem Sitz sollte man aufpassen (diese sind oft gar nicht oder schlecht reguliert und es gibt hier einige unseriöse Anbieter). Am besten also einen bekannten Broker mit einem Firmensitz in Deutschland auswählen.

5. Handelskosten möglichst niedrig halten!

Bedenke: Mehr Gebühren bedeutet weniger Rendite. Daher sollte man auf geringe Broker-Gebühren beim Aktien- bzw. ETF-Handel achten (hier die Konditionen von bekannten Brokern im Überblick).

Hinweis: Bei Aktienfonds (ETFs etc.) sollte man zusätzlich diverse Fondsgebühren im Auge behalten. Hierbei sind vor allem die jährlichen Fondskosten (TER)  relevant, da sie regelmäßig anfallen.

6. Wenn man viel handelt und häufig Wertpapiere kauft und wieder verkauft, sollte man immer daran denken, dass dadurch die Handelsgebühren immer weiter ansteigen (auch wenn sie niedrig sind).

Dazu gibt es auch ein gutes Spruchwort: Hin und Her macht Taschen leer! Also nicht die Handelskosten aus den Augen verlieren, wenn man häufig handelt.

7. Bei einer Einmalanlage sollte man einen gewissen Mindestbetrag pro Aktie bzw. ETF investieren, damit die Gebühren nicht zu stark ins Gewicht fallen.

Meine Meinung: Mindestens 600 Euro pro Einmalanlage investieren (wenn man von circa 10 Euro Handelskosten beim Broker pro Kauf ausgeht). Bei weniger Geld, das zur Verfügung steht, ist es sinnvoller einen Wertpapier-Sparplan (Definition) zu nutzen.

8. Sich einen Broker suchen, der am besten zum eigenen Anlagetyp passt.

Den besten Broker für jedermann gibt es nämlich nicht. Man sollte sich bestimmte Fragen stellen, um einen geeigneten Depot-Anbieter zu finden. Zum Beispiel: Ist man Einsteiger? Wie oft handelt man voraussichtlich? Möchte man besondere Broker-Leistungen (z.B. Aufträge per Telefon etc.) in Anspruch nehmen?

Übrigens: Man muss sich bei der Broker-Entscheidung nicht den Kopf zerbrechen, wenn man unsicher ist, welcher Anbieter zu einem passt. Denn zur Not kann man den Broker kostenlos wechseln (etwa wenn man später merkt, dass die Gebühren zu hoch sind; in diesem Fall kann mein Depotrechner helfen, um Broker-Gebühren zu vergleichen).

9. Am besten einen Broker auswählen, der auch bei den Kunden größtenteils gut ankommt.

Überall gibt es auch unzufriedene Kunden. Aber es gibt Anbieter, wo die Kundenzufriedenheit unterm Strich besser ist, als anderswo. Darauf sollte man ebenfalls achten bei der Brokersuche. Auf diversen Bewertungsplattformen kann man dazu Meinungen und Erfahrungen durchlesen (ich habe die Bewertungen viele Broker analysiert). Auch Brokerwahlen (Überblick), wo Leser teilgenommen haben, können hierbei gute Anhaltspunkte liefern.

10. Als ETF-Anleger ist es smart, einen Broker zu bevorzugen, der ETF-Aktionen bietet (je nach präferierter Anlageart keine Handelsgebühren bei Einmalanlagen und/oder kostenlose ETF-Sparpläne).

Manche Broker haben bestimmte ETF-Aktionen im Programm, mit denen sich Handelsgebühren einsparen lassen. Die comdirect* bietet zum Beispiel viele kostenlose ETF-Sparpläne an. Und die ING* ist besonders für ETF-Anleger interessant, die Einmalanlagen bevorzugen (diverse ETFs kann man hier gebührenfrei kaufen).

11. Bei Käufen besser immer die WKN- oder ISIN-Nummer des Wertpapiers benutzen anstatt nach dem Namen zu suchen.

Die WKN oder ISIN (Erklärung) eines Börsenprodukts kann man etwa auf Börsenportalen herausfinden. Wenn man stattdessen nur nach dem Namen sucht, kann es ansonsten passieren, dass man eventuell einen falschen Typ des Wertpapiers erwischt (denn viele Aktien und andere Wertpapiere haben mehrere Varianten und Typen).

Tipp: Wie man die Hauptaktie eines Aktientitels herausfindet, wenn es davon mehrere Typen gibt, erkläre ich etwa in meinem Aktien-Einsteiger-Kurs (Kapitel 6 des 1. Kursteils).

12. Aktien und andere Wertpapiere besser mit „Limit“ kaufen.

Wenn man ohne Limit (Definition) handelt, kann es ansonsten passieren, dass man unter Umständen keinen fairen Ausführungskurs bekommt. Gerade bei kleineren Aktien ist ein „Limit“ wichtig, da hier das Handelsvolumen oft nicht so hoch ist (bei richtig großen Aktien kann man aber meist auch einfach „billigst“ kaufen aufgrund des in der Regel hohen Börsenumsatzes).

Auch beim Verkauf ist eine Limit-Angabe sinnvoll, um einen schlechten Ausführungskurs zu vermeiden. Tipp: Hier erkläre ich mehrere Ordertypen.

13. Bei der Brokersuche nicht nur oder hauptsächlich auf Prämien schauen, die oft für Neukunden angeboten werden.

Andere Dinge sind wichtiger, wenn man nach einem Broker sucht (insbesondere reguläre ETF- bzw. Aktienhandelsgebühren, kostenlose Depotführung, Internetbewertungen und Sitz des Brokers; siehe diverse Tipps zuvor). Man sollte auch auf spezielle Konditionen für Neukunden achten, die meistens nur eine bestimmte Zeit gelten (entscheidend ist, welche Gebühren man danach als Bestandskunde zahlt).

14. Es kann sich für manche Privatanleger lohnen, zwei (oder mehr) Depots zu haben.

Diverse Broker bieten verschiedene Spar-Aktionen, die für einen interessant sein können. Und wenn man Depots bei mehreren Brokern hat, kann man mehr Kosten einsparen, wenn man die Aktionen nutzt.

Ich selbst habe beispielsweise 3 Depots: Bei der ING* (hier kann man viele ETFs gebührenfrei kaufen), bei Lynx* (hier kann man Auslandsaktien besonders günstig handeln) und bei der comdirect* (hier gibt es viele kostenlose ETF-Sparpläne).

15. Bei kleineren bzw. unbekannteren Aktien aus dem Ausland lohnt es sich oft, wenn man diese an der jeweiligen Heimatbörse kauft, da hier die Aktien häufiger gehandelt werden.

Auf diese Weise bekommt man meist einen faireren Kurs als an deutschen Börsenplätzen. Mein Tipp: Lynx* und Degiro* haben etwa günstige Handelskonditionen an vielen Auslandsbörsenplätzen (bei Lynx habe ich übrigens selbst ein Depot; hier mein Lynx-Test).

Hinweis: Zum Thema „Aktien aus dem Ausland handeln“ habe ich hier einen separaten Artikel geschrieben (für mehr Infos).

Meine weiteren Börsentipps-Listen:

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