Optionsscheine-Erklärung: Was sind Optionsscheine?

Eine einfache Erklärung für den Begriff „Optionsscheine“ zu geben, ist gar nicht so einfach ;-). Am besten versteht man dieses Anlageprodukt anhand eines Beispiels, das Du weiter unten findest.

Doch zuvor möchte ich trotzdem erst mal eine etwas trockenere Definition von Optionsscheinen liefern.

Was sind Optionsscheine?Was sind Optionsscheine?

Optionsscheine gehören zur Gruppe der sogenannten innovativen Finanzprodukte, auch Derivate genannt (Was sind Derivate?). Optionsscheine werden oft auch einfach nur Optionen oder englisch Warrants genannt (obwohl es Unterschiede zwischen Optionen und Optionsscheinen gibt, aber das ist eine andere Geschichte).

Optionsscheine sind zudem verwandt mit den binären Optionen (hier eine Erklärung). Zum einfacheren Verständnis von Optionsscheinen rate ich Dir, zuerst diesen Artikel von mir zu lesen: Wie funktionieren Optionsscheine und andere Derivate?.

Ursprünglich wurden Optionsscheine von Unternehmen mit Optionsanleihen herausgegeben. Heutzutage werden Optionsscheine aber in der Regel ohne Optionsanleihen von den Banken verkauft.

Durch einen Optionsschein erwirbt man das Recht, ein Basiswert innerhalb einer bestimmten Laufzeit in einer bestimmten Menge zu einem im Voraus vereinbarten Basispreis zu kaufen (=Kaufoption, auch kurz Call genannt) oder zu verkaufen (=Verkaufsoption, auch Put genannt). Bei einer Kaufoption könnte man also den Optionsschein gegen Aktien oder einen anderen Basiswert eintauschen.

Aber: Dieses Recht wird in der Regel nicht in die Tat umgesetzt (=sogenanntes bedingtes Termingeschäft), der Wertausgleich erfolgt stattdessen in Geld. Wenn man also einen Optionsschein am Laufzeitende noch hat, erhält man das Geld, was er wert ist, von der Bank.

Tipp: Wer Börsenerfahrung hat & trotz der erhöhten Verlustgefahren ins Trading
einsteigen will, der sollte anfangs auf Expertenhilfe vertrauen (hier meine Empfehlung*)

Wie wird der Preis eines Optionsscheins ermittelt?

Die Kurs- bzw. Werterstellung eines Optionsscheins ist kompliziert und erfolgt durch mehrere Faktoren: Vor allem durch den Basiswert, Basispreis, (Rest-)Laufzeit und Bezugsverhältnis kommt der Optionsscheinkurs zustande.

Es ist also nicht einfach, den Wert eines Optionsscheins ohne technische Hilfe zu ermitteln. Daher gibt es Optionsscheinrechner im Internet, um den aktuellen Wert eines Optionsscheins schnell und einfach herauszufinden.

Achtung: Totalverlust bei Optionsscheinen möglich!

Der Handel mit Optionsscheinen und vielen anderen Derivaten ist nichts für Anfänger.

Denn damit ist ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich: Wenn der Kurs des Basiswerts am Laufzeitende unter den im Voraus vereinbarten Basispreis liegt, hat man das ganze investierte Geld verloren.

Einfachere Optionsscheine-Erklärung anhand eines Beispiels

Wie bereits zu Beginn erwähnt, kann man die Funktionsweise von Optionsscheinen am einfachsten anhand eines Beispiels erklären. Ich werde daher an einem Beispiel zeigen, wie man mit einem Call-Optionsschein mit steigenden Kursen Gewinne macht (mit einem Put-Optionsschein könnte man aber auch von fallenden Kursen profitieren!).

Einfaches Beispiel:

Man kauft einen Call-Optionsschein auf die Aktie XY für 10 Euro, mit dem man das Recht hat, diese Aktie in einem Jahr für den Basispreis von 100 Euro zu kaufen. Steigt die Aktie jetzt während der Laufzeit auf 150 Euro, hätte man einen Gewinn von 40 Euro mit dem gekauften Optionsschein erreicht (= Aktueller Aktienkurs minus Basispreis minus Preis des Optionsscheins). Man hätte dann mit diesem Optionsschein +300% Rendite erzielt.

Wäre die Aktie XY aber auf beispielsweise 80 Euro gefallen, hätte man einen Totalverlust erlitten, denn man hat mit dieser Call-Option ja auf steigende Kurse „gewettet“ (wie gesagt kann man mit bestimmten Optionsscheinen auch auf fallende Kurse setzen. Dann macht man Gewinn, wenn die Kurse fallen).

Je höher der Hebel, desto höher Risiko und Renditechancen bei Optionsscheinen

Der Hebel (was ist das?) drückt anhand einer Zahl aus, wie riskant bzw. chancenreich ein Optionsschein oder auch anderes Derivat im Vergleich zum Basiswert (=Hebel von 1) ist. Im eben genannten Beispiel des Call-Optionsscheins zur Aktie XY war der Hebel 6. Man konnte mit diesem Optionsschein also 6 Mal so viel Gewinn oder Verlust erreichen, wie mit der Anlage in einen normalen zugrundeliegenden Basiswert.

Grund: Die Option ist mit +300% Rendite 6 Mal so stark gestiegen wie die Aktie XY (nur +50%). Andersrum ist die Verlustgefahr natürlich auch 6 Mal so hoch wie mit dem normalen Basiswert. Wichtige Regel daher: Je höher der Hebel, desto höher das Risiko und die Renditechancen.

Zur Bestimmung des Hebels gibt es eine Formel: (Basiswert-Kurs mal Bezugsverhältnis) geteilt durch Optionsschein-Kurs. Aber diese Formel benötigt man eigentlich eher nicht, da die Höhe des Hebels eigentlich immer angegeben ist, wenn man ein Derivat kauft oder Derivatekurse im Web abruft.

Optionsscheine-Wissen: Zusätzliche Tipps zur Weiterbildung

Wenn Du trotz der Gefahren ernstes Interesse am Optionsscheinhandel hast, dann solltest Du unbedingt auch das eine oder andere empfehlenswerte Buch zu diesem Thema lesen.

Hier ein paar Tipps von mir (Links führen zu Amazon): Optionsstrategien für die Praxis* und außerdem Optionen und Futures verstehen: Grundlagen und neue Entwicklungen*. Beide Bücher sind bei Amazon sehr gut von anderen Anlegern bewertet worden.


Artikel-Tipps:

Werbung